Kategorie: Wissenswertes

  • Wer braucht eigentlich Datenqualität?

    Wer braucht eigentlich Datenqualität?

    Als 1996 Diane Strong und Richard Wang ihre Studie zum Thema Datenqualität veröffentlichten, definierten sie Datenqualität wie folgt: „data that are fit for use by data consumers“. Wobei „consumers“ diejenigen sind, die die Daten nutzen („those who use the data“). So weit so gut. Heute, 26 Jahre später, lohnt der Blick auf die „data consumers“, also diejenigen, die die Daten nutzen. Man kann auch von Data Quality Stakeholdern sprechen.
    Natürlich sind das immer noch die Kollegys, die für ihre täglichen Aufgaben die passenden Daten und Informationen aus verschiedenen Unternehmensapplikationen abrufen und diese dann nutzen.
    Zusätzlich gibt es weitere Kategorien von Data Consumers:

    Schnittstellen.

    Schnittstellen zwischen Systemen benötigen Daten in einer definierten Form. Können über Schnittstellen die Daten nicht zwischen Systemen hin- und her gereicht werden, kommt es zu Fehlern, die oft manuell behoben werden müssen.

    Prozesse.

    Prozesse sind auf der Ebene der Datenqualität ähnlich wie Schnittstellen zu betrachten. Sollen z.B. bei der Neuanlage von Stammdaten die Daten aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt werden und weitere Werte mittels Werte-Tabellen und externen Datenquellen angereichert werden, benötigen diese Prozesse Daten in bestimmten Ausprägungen, damit sie die jeweiligen Quality Gates passieren und den jeweils nächsten Reifegrad erreichen. Stehen die Daten nicht in der erwarteten Ausprägung (Vollständigkeit) zur Verfügung, verzögert sich der gesamte Prozess.

    Algorithmen.

    In Zeiten der Künstlichen Intelligenz, (predictive) Analytics und anderen Datenthemen, bei denen Algorithmen zu Einsatz kommen, benötigen diese eine gute Datenqualität. Es gibt inzwischen genug Beispiele, was passiert, wenn man Algorithmen mit „falschen“ Daten trainiert. Das für mich einprägendste Beispiel ist der Microsoft Chatbot Tay, der von Trollen durch gezielte Fragen und Aufforderungen die Art von Antworten generierte, die Microsoft sicher nicht haben wollte.

    Systeme.

    Auch Systeme und Applikationen benötigen die Daten in einer definierten Qualität. Zum einen, weil die Daten in das definierte Datenschema passen müssen. Zum anderen, da in den Applikationen technische Workflows implementiert sind, und diese benötigen die Daten in der entsprechenden Qualität. Andernfalls kommt es auch hier zu Fehlern und Verzögerungen.

    Die fünf hier aufgezählten Data Quality Stakeholder (Kollegys, die mit Daten arbeiten; Schnittstellen; Prozesse; Algorithmen und Systeme) brauchen also definitiv eine angemessene Datenqualität.
    Meine Fragen an euch: Welche Data Quality Stakeholder neben den hier aufgeführten seht ihr in eurem Umfeld noch? Und habt ihr Beispiele dafür?

    Wer nochmal die Studie von Richard Wang und Diane Strong nachlesen möchte (lohnt sich immer wieder), findet diese hier.

    Der Artikel wurde ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht. Kommentare gerne dort.

  • The Leader’s Data Manifesto

    Vor einiger Zeit hat die Organisation Dataleaders.org ein Manifest geschrieben. Dieses Manifest richtet sich an alle Führungskräfte, Vordenker und Visionäre, die in ihrer täglichen Routine entweder direkt mit Daten arbeiten und / oder mit Informationen, die aus Daten gewonnen werden, umgehen und basierend darauf Entscheidungen treffen müssen.

    Das Manifest adressiert in diesem Sinn nicht nur Manager oder strategische Themen, sondern appelliert an jeden Einzelnen, sich Gedanken zu machen, wie Daten die tägliche Arbeit und das Leben verändern oder sogar verbessern können. Daten sind eine wesentliche Komponente im täglichen Leben und dürfen nicht als „Beiwerk“ abgetan werden darf. Im beruflichen Kontext haben Daten in den vergangenen Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen und dieser Trend wird sich weiter ausprägen. Wer also „Data as an asset“ versteht und darin „das Öl der 21. Jahrhunderts“ sieht, sollte das Datenmanifest lesen und und in die Diskussion einsteigen.

    Das Datenmanifest ist ein Aufruf an alle Vorreiter, Vordenker und Umsetzer die Daten als ein wesentliches Element in der Gestaltung der eigenen Aufgaben zu begreifen und diese aktiv zu nutzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und das Manifest animiert zum Nachdenken und umsetzen.
    Auf Dataleaders.org steht das Datenmanifest in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, darunter auch in deutscher Sprache

    Jeder ist eingeladen, das Datenmanifest zu unterschreiben und somit die Relevanz und Wichtigkeit von Daten und deren Potential im (beruflichen) Alltag zu unterstreichen.  

    https://dataleaders.org/manifesto/contact/